Deutsche Gedichte
Oct. 20th, 2007 03:40 pmDer Krieg
Kommt und reisst mit mir durch die Welt.
Seht was ich sehe.
Erkennt ihr was ich euch zeige?
Begreift ihr was geschieht?
Seht ihr die Frau dort?
Die sich so verbittert umschaut.
Wisst ihr schon, was sie gleich tun wird?
Sie wird sich in die Luft sprengen lassen.
Und wofür?
Letzten Monat noch, hat sie das Verhalten der Selbstmord Attentätern verurteilt.
Wieso steht sie, dann jetzt dort und ist bereit das gleiche zu tun?
Was hat sie so verletzt?
Kleiner Soldat der du heute mit mir gekommen bist.
Erinnerst du dich noch an letzte Woche?
Dein Vorgesetzter der nun neben dir steht gab dir einen
BEFEHL.
Du solltest nur das okay für den Einsatz, der eine ganze Stadt zerstörte, geben.
Die Freundin der Frau lebte dort und sie hatte ihr, ihre Kinder zur Sicherheit anvertraut.
Kannst du dir nun denken wieso sie das heute tun wird?
Sie hat ausser ihrer Rache nichts mehr, ihre Kinder sind tot.
Und schon morgen wirst du den nächsten BEFEHL für einen Vergeltungsschlag erhalten.
Hast du schon mal darüber nachgedacht, was du tust.
Wer unter den BEFEHLEN die du ausführst leidet.
Würdest du nun verweigern, wenn du denken und nicht nur gehorchen würdest?
Was begehrst du, warum tust du was du tust?
Und der Krieg beginnt.
Sag mir mächtiger Mann, was ist dein begehr?
Das Land, das durch den Krieg zerstört ist.
Der Reichtum der schon nicht mehr existiert, weil andere schneller waren als du?
Rohstoffe die du selbst besitzt.
Oder einfach nur die Macht andere zu vernichten.
Jahre lang war der Diktator den du gestürzt hast ein mächtiger Verbündeter.
Vielleicht zu mächtig für dich?
Siehst du den Jungen dort stehen.
Seine Familie hat den Diktator nie unterstützt.
Wieso steht er jetzt, dann schmiere für die Wiederständischen?
Er glaubte immer ihr würdet ihnen helfen, um sich zu befreien vom Joch des Diktators.
Wieso denn jetzt nicht mehr?
Hast du gesehen was deine Untergebenen mit seinem Verwandten getan haben, in deinen Gefängnissen?
Kümmerte es dich auch nur im geringsten?
Was wird sein, wenn dein Begehr gestillt ist?
Was wird sein, wenn du das alles dein nennen kannst?
Dabei gehört uns doch nichts, als unser eigener Leib, unser eigenes Leben.
Nicht die Erde auf der wir wandeln.
Nicht die Luft die wir atmen.
Nicht den Ort an dem wir Wohnstatt nehmen.
Kein anderes Wesen ist unser Eigen.
Nicht Tier, Pflanze oder Mensch.
Doch deine Gier liess dich das vergessen.
Versteckst dein Begehr hinter schönen Worten.
Vergessend.
Wer unter den BEFEHLEN die du erteilst leidet.
Und der Krieg geht weiter.
Sag Gier, was ist aus dir geworden?
Was ist aus uns geworden?
Wieso hast du dich so verändert?
Deine Urahnen waren der Wille und die Sehnsucht.
Der Wille zu überleben, die Sehnsucht nach Sicherheit und die, die dir Nahe waren zu beschützen vor den Widrigkeiten des Lebens.
Wir sind doch alle gleich.
Wieso bist du, dann so anders geworden?
Denn heute bist du das perverseste des Menschen.
Und der Krieg das Menschlichste, das wir zu bieten haben.
Krieg ist nicht unmenschlich, im Gegenteil.
Er ist nur grausam.
Und der Krieg hört nicht auf.
Denn zu wenige begreifen, erkennen, wollen etwas ändern.
-----fin-----
C Andrea Müller